Euböa im Griechenland-Lexikon
Die Insel Euböa ist sehr langgestreckt und ist 3580 Quadratkilometer groß. Vom Festland ist
sie nur über eine flussbreite Meerenge, dem Euripos-Kanal, getrennt. An dieser Stelle gibt es
ein wahres Naturwunder, denn der Euripos wechseln innerhalb von 24 Stunden zwischen vier-
und zwölfmal die Strömungsrichtung. Daher ist die Durchfahrt für Schiffe zu bestimmten
Zeiten sehr gefährlich. Durch diesen Strömungswechsel entstand die Sage, dass Aristoteles
aus Verzweiflung darüber, dass er dieses Phänomen nicht erklären konnte, Selbstmord
verübte, indem er sich in den Kanal stürzte. Nach Kreta ist Euböa die größte der griechischen
Inseln und vermittelt den Eindruck, dass sie ein Land für sich ist. An der Westküste der Insel
befinden sich die Touristenzentren und die archäologischen Stätten. Besonders für einen
längeren Urlaubsaufenthalt ist diese Insel hervorragende geeignet. Allerdings fehlt es ihr ein
wenig an bedeutenden Sehenswürdigkeiten. Ursprünglich war Euböa von Thessaliern,
Thrakiern und anderen Stämmen besiedelt. Im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde sie von den
Ioniern eingenommen, die vor den Doriern Schutz suchten. Die Insel wurde zu einer sehr
bedeutenden Handelsmacht ausgebaut. Das Gebiet wurde im Jahre 506 v. Chr. von den
Athenern besetzt und es siedelten sich hier mehr als 4000 attische Bauern an. Nach dem
Einfall der Perser, 490 v. Chr. verließen sie die Insel jedoch wieder. Eine zweite Besiedlung
mit Bauern aus Athen erfolgte um 447 v. Chr. Im Mittelalter befand sich die Inseln unter
fränkischer und venezianischer Herrschaft und wurde 1470 von den Türken eingenommen.
Euböa gehört erst seit 1830 zu Griechenland.



