Rio-Andirrio-Brücke im Griechenland-Lexikon
Die Straßenbrücke Rio-Andirrio-Brücke führt über den Golf von Korinth und ist ein
beeindruckendes Bauwerk. Se verbindet das griechische Festland mit Rio im Nordwesten des
Peloponnes. Die Brücke ist insgesamt 2.883 Meter lang und besteht aus einer Hauptbrücke,
die 2.252 Meter lang ist und einer Rampenbrücke, die 392 Meter lang ist. Sie ist mit ihren vier
Pylone und Stützweiten von 286 Metern die zweitlängste Schrägseilbrücke der Welt. Die
Pylone ragen ungefähr 110 Meter aus dem Meer, dass hier stellenweise bis zu 65 Meter tief
ist. Die Brücke liegt in einem sehr erdbebebgefährdeten Gebiet, weshalb bei der Konstruktion
ein hoher Aufwand erforderlich war. Die Statik ist so aufgebaut, dass ein Erdbeben der Stärke
sieben auf der Richterskala mit Verschiebungen von bis zu zwei Metern die Brücke nicht
beschädigen können. Die Brücke verfügt über vier Fahrspuren und kann nur nach Zahlung
einer Gebühr überfahren werden. Radfahrer und Fußgänger dürfen die Brücke allerdings
kostenlos überqueren. Bisher gehört die Brücke noch der Baugesellschaft, die bis 2039 eine
Benutzergebühr erheben wird. Anschließend geht die Brücke in das Eigentum des
griechischen Staates über. Bevor die Brücke gebaut wurde konnte man die Meeresstrecke nur
über Fähren bewältigen. Neben der Brücke besteht heute immer noch der Fährverkehr und
kostet nur die Hälfte der Brückengebühr. Zudem kann man so dieses imposante Bauwerk
einmal von unten sehen. Am 19. Juli 1998 erfolgte der erste Spatenstich der Brücke und im
Juni 2004 wurden die letzten beiden Pfeiler miteinander verbunden. Die Baukosten betrugen
alles in allem rund 771 Millionen Euro. Offiziell eröffnet wurde die Brücke mit einer großen
Zeremonie und einem Feuerwerksspektakel am 6. und 7. August 2004. Der Fackelträger war
Otto Rehhagel, der Trainer der griechischen Fußballnationalmannschaft. Für den Verkehr
freigegeben wurde die Brücke am 12. August 2004. Aus Sicherheitsgründen wurde die
Brücke jedoch am 28. Januar 2005 für unbestimmte Zeit geschlossen. Eines der 186 Tragseile
war während eines Sturmes mit der Windstärke 9 in Brand geraten und durchtrennt worden.
Bereits im Februar 2005 wurde die Brücke allerdings wieder freigegeben.



