Städte im Griechenland-Lexikon
Die Griechen begannen zu Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. mit der Gründung von Städten.
Dabei bauten sie erstmals regelmäßig in rechteckigen Kästen. Die einst zufälligen
Straßenführungen wurden durch rechtwinklige Straßenzüge ersetzt. Verbunden wird diese
Neuorientierung mit dem Architekten Hippodamos von Milet. In dessen Heimatstadt Milet ist
das neue Prinzip ganz klar nachzuweisen. Nach den Perserkriegen baten die Athener
Hippodamos um Unterstützung beim Auf- und Weiterbau von Piräus. Dem gleichen System
folgte die Nordstadt in Olynth, Priene und Alexandria. Der Hausbau in Griechenland war
schon immer sehr vielfältig und formenreich. Im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. wurden
allerdings lediglich zwei Pläne eines Standardhauses entworfen. Sie besaßen nur schlanke und
kleine Räume, die um einen Innenhof drapiert waren, der mit Säulen geschmückt war. Diese
sog. Pastashäuser hatten vor ihrem Eingang typischerweise noch eine offene Laube. Das
zweite Standardhaus, das Prostashaus, hat zwar auch einen Innenhof, aber einen wesentlich
vielfältigeren Grundriss. Der zentrale Lebensraum bestand hierbei aus einem großen
rechteckigen, hallenförmigen Raum. Die Häuser besaßen in der Regel eine kleine Vorhalle,
neben der sich die Räumlichkeiten für die Bedienstenten sowie das Lager und die Küche
befanden. Allerdings war für solche großen Einzelhäuser in der Enge der hellenistischen
Städte kaum Platz. Sodass zu dieser Zeit nur die Wohnhäuser von reichen Leuten solche
palastähnlichen Ausmaße annahmen. Hier wurde dann aber auch an nichts gespart und so
waren Säuleneingänge und Zimmerfluchten mit Marmor ausgestattet und mit vielen
Fußbodenmosaiken geschmückt. Übertroffen wurden diese Bauten nur von den Palästen der
hellenistischen Herrscher wie in Pergamon und Demtrias bis heute zu sehnen ist.



