News vom 31.08.2009
Waldbrände bei Athen – waren hier Brandstifter am Werk?
Der Tagesspiegel berichtete am 31. August 2009 das sich eine Woche nach den Wald- und Buschbränden bei Athen die Hinweise verhärten, dass es sich hierbei um Brandstiftung handelt.
Nach falschen Angaben über das tatsächliche Ausmaß der Brände steht die Regierung unter Druck und ist damit bemüht, den Sachverhalt aufzuklären. So untersucht derzeit die Athener Kriminalpolizei die Reste von einem Brandsatz, den man in unmittelbarer Umgebung des Dorf es Grammatiko gefunden hat. Nach Aussagen von Augenzeugen war dort am vorvergangenen Freitag das Feuer ausgebrochen. Die Motive der möglichen Brandstifter liegen jedoch völlig im Dunkeln. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich hierbei um Grundstücksspekulationen handelt.
Wie schon nach der Waldbrandkatastrophe auf dem Peloponnes im August 2007 gerät die konservative griechische Regierung in die Kritik. Auch diesmal hat es Kompetenzstreitigkeiten und Koordinationsmängel zur raschen Eindämmung des Brandes gegeben, so scheint es. Zeitungsberichten zufolge wurde eine Untersuchung unter dem Generalinspekteur der öffentlichen Verwaltung, Leandros Rakintzis, durchführt. Ergebnis: die Feuerwehrführung hat wahrscheinlich den Brand unterschätzt und daher erst viel zu spät Löschhubschrauber eingesetzt.
Diesen Ergebnissen gegenüber steht die Darstellung der griechischen Regierung, deren Sprecher, Evangelos Antonaros, erklärte, dass die Koordinierung der Löscharbeiten „von Anfang an gut geklappt“ habe. Das Ausmaß der Brandkatastrophe scheint jedoch von der Regierung heruntergespielt zu werden, denn nach Antonaros hat das Feuer nicht 200 Häuser zerstört und beschädigt, sondern „viel weniger“. Eine Bestandsaufnahme der Baubehörden hat zwischenzeitlich bestätigt, dass in der Tat mehr als 280 Gebäude eingeäschert oder beschädigt wurden.
Die Brandkatastrophe hat nicht nur viele Menschen das zu Hause gekostet, sondern dürfte auch die konservative griechische Regierung viele Sympathien gekostet haben. Mehrere hundert Menschen demonstrierten am vergangenen Freitagabend im Zentrum von Athen. Hier ging es vor allem um die Rettung der griechischen Wälder unter dem Motto „Es reicht!“ Die schwarz gekleideten Demonstranten forderten auf Plakaten die sofortige Aufforstung der abgebrannten Wälder. Zudem wird der Ruf nach schärferen Gesetzen, mit denen Brandstiftern und Bodenspekulanten das Handwerk gelegt werden kann, immer lauter.



