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News vom 29.05.2010

Griechenland eröffnet Jagd auf Steuersünder

Dem griechischen Staat gehen zweistellige Milliardenbeträge durch Steuerhinterzieher durch die Lappen, weswegen genau auf sie nun die Jagd eröffnet wurde. Die Regierung hat Belohnungen ausgesprochen, für diejenigen, die einen Steuersünder verraten. Wer also einen Steuerhinterzieher verrät, soll zehn Prozent der geschuldeten bzw. der eintreibbaren Summe erhalten. Momentan arbeitet das Finanzministerium an Verfahrensregeln, um eine schnelle Auszahlung für den „Petzer-Lohn“ zu realisieren. Bereits am 1. Juni soll diese Regelung in Kraft treten. Währenddessen ist das Finanzamt in Griechenland wie gelähmt, denn es laufen derzeit einige Ermittlungsverfahren gegen bestechliche Beamte. Die Belohnung für Anzeiger von Steuersündern ist aber nicht der einzige Streich, den sich die griechische Regierung im Kampf gegen das Finanzloch ausgedacht hat. Ferner sollen nämlich auf vermögende Steuerhinterzieher in einer beispiellosen Kampagne öffentlich an den Pranger gestellt werden. Viele Ärzte und Rechtsanwälte in Griechenland stellen nämlich schon aus Tradition keine Rechnungen aus, damit sie weniger Steuern bezahlen müssen. Sie werden nun massiv durchleuchtet und in vielen Fällen will man ihre tatsächliche oder vermeintliche Steuerschuld veröffentlichen. Derzeit beträgt in Griechenland die Zahl der aktenkundigen Steuerschuldner stolze 827.396. Alle haben vor kurzem einen Brief vom Finanzamt bekommen, in dem sie aufgefordert werden, ihre Schulden bis zum 31. Mai zu begleichen. Wie die Zeitung „Ta Nea“ schreibt, ist die Frist zwar kurz, die Konditionen aber sind vorteilhaft. Wer jetzt seine Steuerschulden begleicht, bekommt 80 Prozent der Säumniszinsen erlassen. Das ist immer noch günstiger, als wenn der Staat die Drohung wahr macht, bei Nichtzahlung umgehend Grund- und Immobilienbesitz der Betroffenen zu konfiszieren und deren Bankkonten einzufrieren. Insgesamt geht es hierbei um 32 Milliarden Euro, wobei dies nur das Geld ist, von dem der Staat auch weiß. Experten schätzen, dass die Summe der gar nicht berechneten Steuern wesentlich höher liegt. Schätzungen von 15 Milliarden Euro, die dem Staat jährlich entgehen, sind im Gespräch. Begründet ist dies darin, dass in Griechenland die guten Bürger und Unternehmer lieber dem häufigen Drängen der Steuerinspektoren nachgeben, sie zu bestechen, anstatt ihre Steuern zu zahlen.

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Amtssprache: Griechisch
Hauptstadt: Athen
Staatsform: Republik
Einwohnerzahl: ~11 Mio.
Fläche: 131.957 km²
Währung: Euro
Zeitzone: UTC+2 OEZ
Kfz-Kennzeichen: GR
Internet-TLD: .gr
Telefonvorwahl: +30