News vom 25.06.2010
Eine Ära endet - König Otto tritt ab
Nach neun Jahren als Trainer der griechischen Nationalmannschaft dankt „König Otto“ ab. Otto Rehhagel hat sich nach dem WM-Vorrunden-Aus der Hellenen bereits von seinem Team verabschiedet. Auch dem Präsidenten des Griechischen Fußball-Verbandes (EPO), Sofoklis Pilavios, hat er seinen Rückzug bereits mitgeteilt. Ferner hat auch schon der griechische Verband den Rücktritt bestätigt. Rehhagel hätte gesagt, „dass es am besten wäre, dass wir getrennte Wege gehen.“ Zu einem Nachfolger für den deutschen Chefcoach wurden jedoch noch keine Aussagen gemacht. Als chancenreicher Favorit gilt der Portugiese Fernando Santos.
Der 71-jährige König Otto wird im Magazin „Kicker“ mit „Es waren neun herrliche Jahre, doch alles Schöne hat mal ein Ende. Der Kreis schließt sich heute und ich freue mich, mit euch so viel erreicht zu haben“, zitiert.
Ob Rehhagels Aus freiwillig oder auf sanften Druck geschah, ist nicht eindeutig klar. Unerwartet kam er aber nicht, denn es wurde schon seit Tagen darüber spekuliert. Das Team enttäuschte beim 0:2 gegen Südkorea zum Auftakt und erntete Kritik. Dann folgte im zweiten Gruppenspiel der 2:1 Sieg über Nigeria - man feierte eine WM-Historie. Doch dann besiegelte das 0:2 gegen Argentinien das Aus.
Otto Rehhagel führte die Hellenen bei der Europameisterschaft 2004 sensationell zum Titelgewinn. Unvergessen ist das 1:0-Siegtor von Angelos Charisteas im Finale gegen Portugal. Tausende bereiteten dem Team bei der Rückkehr nach Athen einen triumphalen Empfang. Rehhagel wurde sogar zum „Bürger der Stadt Athen“ ernannt. Dann verlief die Zeit weniger erfolgreich. Man verpasste die WM 2006 und auch das blamable Vorrunden-Aus bei der EM 2008 brachte nur Kritik ein. Rehhagel sagte damals „Wenn ich ein paar Spiele verliere, lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.“ Auf sich aufmerksam machte der gebürtige Essener dann aber noch mal mit der Qualifikation für die WM in Südafrika.
König Otto saß 106 Mal auf der Trainerbank der Griechen, fuhr 53 Siege ein und stand doch immer wieder wegen seiner Defensiv-Taktik und der antiquierten Spielweise in der Kritik. Wie es weitergehen soll, ist noch nicht klar. Als Ruheständler sieht sich Rehhagel aber nicht,
- er will weiterarbeiten: „Ich bin mit dem Fußball geboren und will mit dem Fußball sterben.“



