News vom 06.07.2010
Erste Erfolge: Haushaltsdefizit deutlich reduziert
In Griechenland sind die ersten Erfolge bei der Reduzierung des Haushaltsdefizits zu verbuchen. In den ersten sechs Monaten sank das Primärdefizit in Griechenland, bei dem die Zinszahlungen nicht einberechnet werden, auf 5,47 Milliarden Euro von 12,42 Milliarden Euro im Vorjahr. Dies teilte die Athener Notenbank, auf Basis vorläufiger Zahlen, mit.
Damit kommt Griechenland beim Stopfen seines Haushaltsloches vorwärts. Im gleichen Zeitraum schrumpfte der gesamte Fehlbetrag um 41,8 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro. Nach diesem Ergebnis zeigte sich auch Finanzminister Giorgos Papakonstantinou zuversichtlich, dass das Haushaltsziel für das laufende Jahr eingehalten werden kann. Die Entwicklungen des ersten Halbjahrs lief wie geplant. In diesem Jahr will Griechenland seinen Fehlbetrag auf 8,1 Prozent der Wirtschaftsleistung drosseln. Im vergangenen Jahr war es noch ein Minus von 13,6 Prozent.
Nun geht die griechische Regierung davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um vier Prozent schrumpft. Es sollen aber auch erste Anzeichen bekannt sein, dass diese Prognose zu pessimistisch sei, sagte Papakonstantinou. Dennoch sei die Haushaltsplanung nicht ganz ohne Gefahren: in den ersten sechs Monaten sind zwar die Einnahmen um 7,1 Prozent gestiegen, die Einnahmeziele seien jedoch mit Risiken verbunden. Papakonstantinou betonte aber, dass ein neues Sparpaket nicht geplant sei.
Die Insolvenzgefahr für Griechenland steigt weiter, trotz der Sparerfolge und des milliardenschweren Rettungspakets von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds, so der Datendienstleister CMA DataVision. Griechenland schnellte auf Platz zwei der am meisten von einer Pleite bedrohten Staaten nach Venezuela nach vorne, so teilten es die Experten mit. Griechenland lag im ersten Quartal noch auf Platz neun. Im Frühjahr lagen die Kosten für eine Ausfallversicherung für fünfjährige griechische Staatsanleihen bei 1003,4 Basispunkten – damit schätzen die Marktteilnehmer das Pleiterisiko auf 55,6 Prozent.



