Brauron im Griechenland-Lexikon

Eines der bedeutendsten Heiligtümer der Artemis, Göttin der Jagd und Beschützerin der Schwangeren, befand sich in Brauron, der Stadt an der Ostküste der Attika, die eigentlich Vravrona heißt. Außerdem wird vermutet, dass sich hier das Grab der Iphigenie befindet, der Priesterin der Artemis. Das Ausgrabungsgelände des Artemis-Tempels in Brauron befindet sich in einem Sumpfgebiet zwischen Eukalyptusbäumen und hohem Schilfrohr. Hier wurde sogar eine Straßenbrücke aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. entdeckt, die archäologisch besonders wertvoll ist, weil derartige Bauwerke nur sehr selten erhalten werden konnten. Zu den Tempelanlagen gesellte sich im 15. Jahrhundert eine kleine Kapelle, die auf einem Fels errichtet wurde.

Wegen der günstigen Lage zu den Kykladen-Inseln und aufgrund des vorhandenen Naturhafens hatte Brauron schon zu mykenischer Zeit eine große wirtschaftliche und strategische Bedeutung. Eine Besiedlung von Brauron ist aber schon seit der Zeit um 3500 v. Chr. nachgewiesen. Das Heiligtum hatte seine Blütezeit um 700 v. Chr., die aber infolge einer Überschwemmung um 300 v. Chr. endete.

Das höchstgelegene Gebäude war der dorische Tempel, davor befand sich ein Altar. Das größte Gebäude war die Bärinnenhalle, die Stoa der Arktoi, mit neun Zimmern, in denen fast hundert Mädchen Platz fanden, die nach einem Beschluss aus dem 4. Jahrhundert einige Zeit bis zum Heiratsalter als Arktoi in Brauron sein mussten. Vor den Zimmern wurden bei den Ausgrabungsarbeiten viele Statuen von Mädchen und Knaben gefunden.

Das Grab der Iphigenie, das sich innerhalb des Heiligtums befinden soll, hat die Form einer Grotte.

Heute ist Vravrona hauptsächlich ein Touristenort. Viele Hotels, Restaurants und Bars bieten Feriengästen ein lebhaftes Ambiente.

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