Chania im Griechenland-Lexikon

Chanina ist mit rund 55.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt auf Kreta, die über eine grüne und sehr fruchtbare Landschaft verfügt. Von hier sieht man auf die Gipfel der Weißen Berge, die teilweise bis in den Mai hinein mit weißen Schneekappen besetzt sind. Ihnen vorgelagert sind sanfte Hügel und landwirtschaftlich intensiv genutzte Ebenen. Chania ist eine sehr reiche Stadt, in der die Einwohner die Traditionen und das Leben in vollen Zügen genießen. In der Altstadt findet man viele venezianische und türkische Häuser, die mit viel Geld und viel Geschmack aufwendig renoviert wurden. Hier findet man auch eine ganze Reihe von keinen aber sehr stilvollen Hotels, die eine ganz besondere Atmosphäre bieten. An die Festung Firkas, einem venezianischen Leichtturm grenzt an den großen Hafen mit langen Molen und einer vielfach geschwungenen Häuserfront. Für moderne Schiffe ist der Hafen zu klein, weshalb man hier viele kleine Jollen beobachten kann. Auf der anderen Seite, in Suda, befindet sich der Hafen, der auch für Chania gute Dienste leistet. Der Hafen selbst dient zum flanieren und genießen, denn hier gibt es zahlreiche Lokale und Tavernen. Rund um die Altstadt befinden sich neue Wohn- und Geschäftsbezirke, die im Nordosten der Stadt in ein altes Villenviertel übergehen. Hier kann man sich vom Flair der Jahrhundertwende richtig beeindrucken lassen. Chania ist ein Urlaubsort mit viel Atmosphäre und einem sehr großen Kultur- und Unterhaltungsangebot. Das Hinterland ist abwechslungsreich und verfügt über viele exquisite Hotels. Zwar sind die Badebuchten sehr verträumt, zum Baden eignet sich diese Gegend aber nur bedingt.

Sehenswürdigkeiten in Chania und Umgebung

Chania hat eine Menge Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie beispielsweise die Agios Nikolaos- Kirche. Heute befindet sich in dieser zu venezianischen Zeiten erbauten Kirche ein griechisch-orthodoxes Gotteshaus. Früher war hier eine Dominikanerkirche untergebacht, die später in eine Moschee verwandelt wurde. Aus dieser Zeit stammt auch das Minarett, dass diese Kirche zu einem Kuriosum werden ließ. Am Hafen befinden sich neun von damals 23 venezianischen Hallen aus dem 15. Jahrhundert. Hier ließen die Venezianer ihre Schiffe bauen und ließen sie dort auch überwintern. Die Hallen sind frei zugänglich und sehr beeindruckende Bauten. Sehr interessant ist der Villenvorort Chalepa, in dem sich von 1898 bis 1912 das Regierungsviertel von Chania befand. Hier gibt es viele klassizistische Häuser, unter denen sich auch das Wohnhaus des kretischen Politikers Eleftherioas Venzizelos befand. Sein Grab und das seines Sohnes liegen oberhalb des Ortes über der Küste. Sie sind sehr beliebte Ausflugsziele der Kreter. Leider nur von außen besichtigen kann man die im Jahre 1903 geweihte Kirche der Maria Magdalene im russisch-orthodoxen Stil. An der westlichen Stadtgrenze von Chania befindet sich links der Ausfallstraße ein monumentales Denkmal. Deutsche Truppen haben es im Gedenken an die deutschen Gefallenen und zum Lobpreis Hitler-Deutschlands errichtet. Dieses Deutsche Kriegerdenkmal zeugt von der Toleranz der Kreter, denn sie haben niemals daran gedacht, es abzureißen. Ebenfalls nur von außen besichtigen kann man die Hanitscharen-Moschee, die 1645 errichtet wurde. Benannt ist die nach der Elitetruppe der osmanischen Sultane. Ein weiteres sehr beliebtes Ausflugsziel ist die Schiavo-Bastion, die um 1300 von den Venezianern erbaut wurde. Hierbei handelt es sich um eine Stadtmauer, die einst von einem Graben umgeben und drei Kilometer lang war. Von hier aus hat man einen weiten und atemberaubenden Blick auf die Stadt und das Umland.

Museen in Chania

In Chania gibt es ein sehr interessantes archäologisches Museum, dass sich in einer renovierten Franziskanerkirche im gotischen Stil befindet. Hier kann am Funde aus allen vorchristlichen Epochen aus dem Regierungsbezirk Chania bestaunen. Sehr sehenswert sind die bemalten spätminoischen Sarkophage, von denen der bedeutendste ein einem Bildfeld eine Hirschjagd zeigt. Beeindruckend sind auch die farbigen Salbölgefäße aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Des weiteren beeindruckend sind die römischen Fußbodenmosaike aus dem 3. Jahrhundert nach Christius. Am schönsten ist hierbei die Darstellung der Ariadne auf Naxos. Am Montag ist das Museum erst ab 12:30 geöffnet, an den anderen Tagen ab 8 Uhr. Im Mittelpunkt der Ausstellung im historischen Museum steht die Geschichte Kretas. Hier gibt es viele Bilder, Dokumente und Erinnerungstücke, die vom Freiheitskampf gegen die Türken zeugen. Auch Fundstücke aus der deutschen Besatzungszeit und dem kretischen Widerstand sind hier zu besichtigen. Der Eintritt in dieses Museum ist frei und es hat von Monat bis Freitag von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Nautische Museum in der Firkas-Bation. Es zeigt viele Erinnerungsstücke an Seeschlachten von Slamais rund 480 v. Chr. bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Zudem gibt es hier nautische Geräte, Schiffsmodelle und Portraits von bedeutenden Admiralen sowie wie eine schöne Muschelsammlung zu bestaunen. Geöffnet hat das Nautische Museum täglich von 10 bis 16 Uhr und im Winter bis 14 Uhr.

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