Kassope im Griechenland-Lexikon

Im Nordwesten von Griechenland befand sich die antike Stadt Kassope. Heute findet man in der Region Eprizs in Kassope viele Funde einer spätklassischen Stadt. Die Gründungsdaten von Kassope sind sehr gut festgehalten und die Stadt wurde im Verlauf ihrer Geschichte niemals überbaut. Daher ist Kassope eine ganz besondere Ausgrabungsstätte. Allerdings gibt es über den Ort keine literarische Quellen, sodass man über das alltägliche Leben der damaligen Bewohner so gut wie nichts weiß. Im Jahre 1805 stieß man erstmals auf ein paar oberflächliche Ruinen der Stadt. Im Jahre 350 v. Chr. wurde die Stadt Kassope gegründet. Verlassen wurde die Stadt vermutlich im Jahre 31 v. Chr. In dieser Zeit befahl Augustus, dass südlich von Kassope die Stadt Nikopolis gegründet wird und das alle Einwohner von Kassope dorthin umgesiedelt werden. Der Archäologe William Martin Leake aus England konnte die Funde schnell mit der antiken Stadt Kassope in Verbindung bringen. Dieser Ort wurde jedoch in den nächsten Jahre von nicht besonders vielen Archäologen besucht. Anscheinend war die Stadt nicht interessant genug, da wie erwähnt, Aufzeichnungen über das Leben nicht existent waren. Zu den ersten Ausgrabungen kam es erst in den Jahren 1952 bis 1955. Die Ausgrabungen des griechischen Archäologen Sotiris Dakaris wurden dann in den Jahren 1976 bis 1982 als Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts und der griechischen Ephorie weitergeführt. Bis heute ist die nördliche Region rund um Kassope ein Bergland, dass viel zur Viehzucht genutzt wird. Auch im antiken Griechenland lebte man hier überwiegend von der Viehzucht. Südlich der Stadt ist eine groß fruchtbare Ebene, die damals wie heute zum Ackerbau genutzt wurde. Heute kann man die antiken Überreste der Stadt besichtigen.

In der Nähe von Zalongo wurde von Archäologen ein besonderer Fund freigelegt. Sie fanden ein rechtwinklig angelegtes Straßennetz aus dem vierten Jahrhundert v. Chr., das zu der antiken Stadt Kassope gehörte. Dieser Fund war vor allem aufgrund der vorhandenen Gründungs- und Auflassungsdaten sehr eindrucksvoll, da alle Bautätigkeiten sehr genau datiert wurden. Obendrein wurde diese antike Stadt während der späteren Jahrhunderte nicht wieder überbaut. Erste Grabungen fanden in den fünfziger Jahren statt und wurden von 1976 bis 1982 weiter geführt.

Die Stadt Kassope wurde 350 v. Chr. durch die Thesproter gegründet, und zwar durch die Zusammenführung der umliegenden Dörfer. Nachdem Augustus während der römischen Herrschaft im Jahr 31 v. Chr. in der Nähe die Stadt Nikopolis gründete und die Umsiedlung der griechischen Bevölkerung dorthin befahl, wurde Kassope zu einer verlassenen Stadt. In West-Ost-Richtung orientiert bestand die Stadt aus neunzehn horizontalen und zwei vertikalen Straßen, von denen die südliche die Hauptstraße bildete. Das gesamte Stadtgebiet wurde mit Ausnahme von natürlichen Barrieren, die aufgrund der Hanglage der Stadt vorhanden waren, durch eine Stadtmauer mit drei Toren eingeschlossen. Innerhalb der Stadt gab es zwei Akropolen, die mit Zisternen ausgestattet waren. Das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum der Stadt bildete die Agora mit drei Gebäuden und mehreren Dankmälern. Im Nordwesten der Stadt gab es einen Tempel, von dem nur noch die Fundamente erhalten sind. Das im Südwesten gefundene Heroon, ein unterirdischer Gewölbebau, diente als Kultstätte für die mystischen Helden der Stadt. Das Theater der Stadt befand sich im Nordwesten. Es ist nicht sehr gut erhalten geblieben.

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