Pomaken im Griechenland-Lexikon

In den abgelegensten Regionen der thrakienischen Provinzen Xánthi und Rodópi, nahe der bulgarischen Grenze, lebt ein Teil des kleinen südosteuropäischen Völkerstammes Pomaken. Nachdem 1922 alle Pomaken, die in Makedonien lebten, das Land verlassen mussten, wurde das Siedlungsgebiet dieser Volksgruppe auf Thrakien, die wirtschaftlich schwächste Region Griechenlands, beschränkt.

Da die Dörfer der Pomaken bis 1995 obendrein in einem militärischen Sperrgebiet lagen, das niemand betreten durfte, der nicht zu den Einwohnern gehörte, war ein Besuch dieser Region nur mit einer Sondergenehmigung möglich, die wiederum nur schwer erhältlich war.

Die Menschen in dieser Region sind arm und leben teilweise noch in Großfamilien mit acht oder mehr Personen in nur zwei Räumen und ohne fließendes Wasser. Die Dorfstraßen sind häufig ungepflastert und viele unfertige Rohbauten werden zum Trocknen von Tabaksblättern verwendet. Die Frauen tragen die Pomakische Tracht mit schwarzen oder roten Pumphosen unter bunten Schürzen und Kopftüchern. Die Kopfbedeckungen der Männer sind Baumwollmützen oder turbanähnlich gewickelte Tücher.

In religiöser Hinsicht sind die Pomaken den Moslems zuzuordnen, viele identifizieren sich daher eher mit der türkischen Minderheit in Griechenland als mit ihrer griechischen Herkunft. Ihre Sprache ist slawisch und dem Bulgarischen sehr ähnlich. Der größte Teil dieses Volksstammes lebt auch in Bulgarien. Wo genau aber die Pomaken herstammen, ist nicht eindeutig geklärt. Aufgrund der frühchristlichen Bräuche, die noch heute von den Pomaken eingehalten werden, geht man davon aus, dass es sich um zum Islam konvertierte Nachfolger einheimischer Christen handelt.

Die pomakische Sprache wird ausschließlich innerhalb der Familien gesprochen, was zu sprachlicher Inkompetenz, Isolation und Verarmung führt.

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