Totenorakel im Griechenland-Lexikon

Im Rande des heutigen Ortes Messopotamos im Tal des Acheron im Epirus in Nordwestgriechenland befindet sich eine kleine Ausgrabungsstätte. Hier in der antiken Stadt Ephyra befand sich das Totenorakel von Nekromantion. Es befindet sich oberhalb des Ufers des Flusses, der nach dem Glauben im antiken Griechenland die Grenze zwischen den Reichen der Lebenden und der Toten, dem Hades, bildete. Man glaubte daran, im Nekromanteion die Toten um Rat bitten zu können. Die Gläubigen mussten verschiedene Gaben mitbringen, um die Toten zu besänftigen, sich anschließend einer mehrtägigen seelischen und körperlichen Reinigung im Dunkeln unterziehen und wurden dann in ein unterirdisches Gewölbe geführt, wo sie dann nicht von den Toten, sondern von den Orakel-Priestern Ratschläge erhielten. Die seelische und körperliche Reinigung führte dazu, dass die Pilger in einer Art Rauschzustand waren, so dass sie den Spuk, den die Priester mit ihnen trieben, nicht durchschauten.

Dieser Ort wurde von Homer bereits in der Odyssee beschrieben und bei den Ausgrabungsarbeiten stellte sich heraus, dass die Beschreibung Homers auf das Nekromanteion zutraf.

Das Totenorakel wurde bei Ausgrabungsarbeiten unter den Ruinen der Kirche des Heiligen Johannes und eines Friedhofs gefunden. Am Ausgrabungsort befinden sich darüber hinaus die Grundmauern von Priesterwohnungen und Vorratsräumen, ein Wohnturm und die Kirche, die sich über dem Orakelort befindet. Alle Räume des Heiligtums waren dunkel und fensterlos. Durch mehrere Gänge und ein Labyrinth gelangt man zum zentralen Heiligtum, in dessen Boden sich eine Öffnung zur darunter liegenden Krypta befindet. Die Krypta galt als oberster Teil des Palastes der in der Unterwelt regierenden Götter Hades und Persephone.

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