Meteora im Griechenland-Lexikon

Die Meteora-Felsen nahe der kleinen Stadt Kalambáka in der griechischen Region Thessalien sind weltweit einzigartige, bizarre geologische Formationen, die sich mit einer Höhe von bis zu vierhundert Metern aus der Ebene des Flusses Pinios erheben. Die Felsen entstanden durch Erosion über Millionen von Jahren. Nur die widerstandsfähigsten Gesteinsarten blieben als glatt geschliffene Felstürme zurück, die je nach Lichteinfall unterschiedliche Farbschattierungen annehmen, wodurch sie eine unwirkliche Stimmung erzeugen.

Diese unwirkliche Stimmung mag gläubige Menschen, die die Abgeschiedenheit und Nähe zu Gott suchten, dazu bewogen haben, sich hier niederzulassen.

Erste religiöse Einsiedler siedelten sich bereits im 5. Jahrhundert in Felsspalten und unter Felsvorsprüngen der Meteora-Felsen an, aber erst am Ende des 12. Jahrhunderts, bildeten sie eine religiöse Gemeinschaft. Das erste Zuhause für die Gläubigen wurde im Jahr 1360 durch den Mönch St. Athanasios geschaffen, der das Hauptkoloster „Gegolo Meteoron“ auf der Spitze eines der Felsen begründete. Im Laufe der Jahre wurden 24 Klöster auf den unzugänglichen Felsspitzen erbaut. Erreichbar waren sie nur über Strickleitern oder Flaschenzüge mit Körben oder Netzen, so dass die Abgeschiedenheit der Mönche gewährleistet war. Die Klöster verfügen über große Kunst- und Kulturschätze aus der byzantinischen Zeit und ihre Bewohner bewahren bis zur heutigen Zeit das geistige und kulturelle Erbe von Byzanz.

Erst ab 1920 wurden erste Klöster über Felstreppen zugänglich gemacht, was die Bewohner einiger Klöster dazu bewog, sich aus den nun nicht mehr geschützten Gebäuden zurückzuziehen.

Heute sind nur noch sechs der Meteora-Klöster bewohnt, vier von Mönchen und zwei von Nonnen. Sie können zu bestimmten Zeiten unter Einhaltung einer strengen Kleiderordnung besichtigt werden.



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