Thassos im Griechenland-Lexikon

Die nördlichste Insel Griechenlands befindet sich kurz vor der makedonisch-thrakischen Küste. Sie ist rund 380 Quadratkilometer groß und wird von ungefähr sechzehntausend Menschen bewohnt. Thassos ist nur zehn Kilometer von der Küste entfernt und soll nach neuesten Erkenntnissen früher einmal mit dem Festland verbunden gewesen sein. Die Insel ist sehr grün und wasserreich, was eine sehr abwechslungsreiche Vegetation begünstigt. Viele verschiedene Arten von Amphibien und Reptilien sind auf Thassos zuhause. Dem Mythos nach wurde die Insel nach Thasos, dem Bruder der Europa benannt worden sein, der sich auf der Suche seiner von Zeus entführten Schwester hier niederließ. Der wichtigste Wirtschaftszweig auf Thassos ist der Tourismus. Die Insel verfügt über wunderschöne Sandstrände und eine ausgeprägte touristische Infrastruktur. Während in der Geschichte der Insel der Weinbau eine große Rolle spielte, ist er heute nur noch auf den lokalen Verbrauch beschränkt. Weitere landwirtschaftliche Produkte sind der berühmte Honig der Insel, Oliven und der Fischfang. In der frühen Steinzeit wurde auf Thassos bereits Bergbau betrieben. Es wurden zunächst Rotocker und in der byzantinischen Zeit vor allem Gold, weitere Buntmetalle, Edelmetallerze und Marmor abgebaut, auf den sich der heutige Bergbau reduziert hat. Antike Sehenswürdigkeiten sind in großer Anzahl in der Limenas genannten Hauptstadt von Thassos zu finden, die mit ihren großen Ausgrabungsstätten einem Freilichtmuseum gleicht. Im Süden der Insel befinden sich die Ruinen des antiken Tempels von Alyki. Mehrere Klöster und viele Kirchen auf der gesamten Insel sind einen Besuch wert. Interessant ist auch eine Wanderung zu dem kleinen Bergdorf Kastro.

Seit einigen Jahren entwickelt sich die griechische Insel Thassos immer mehr zu einem sehr beliebten Touristenziel. Während bisher die Griechen vom Festland hier ihren Sommerurlaub verbrachten, sind es heute vor allem Pauschaltouristen aus Deutschland, Österreich und Skandinavien. Die Reisezeit reicht von Mitte Mai bis Anfang Oktober, wobei die Hochsaison im August ist. Dann sind sämtliche Hotels der Insel voll belegt. Verwunderleich ist das nicht, denn Thassos ist landschaftlich gesehen sehr reizvoll und auch die Sehenswürdigkeiten lassen nichts vermissen. Die Sandstrände sind traumhaft schön und auch die Geschäfte, Tavernen und Bars in den lebhaftesten Touristenorten an der Küste, Limenas, Skala Potamia, Potps, Limenaria und Skale Prinos, laden mit der typisch griechischen Gastfreundschaft ein. Ruhiger sind die Ortschaften Chrissi Ammoudia, Kinira, Astris, Skala Marion und Skala Rachoini. Sie verfügen allerdings ebenfalls über Strände, die keine Wünsche offen lassen. Der Sand am Golden Beach, im Nordosten, Paradissos im Osten, Alkiki im Südosten und Psili Ammos im Süden sowie Tripiti im Südwesten ist ganz fein und das Wasser ist kristallklar und fällt flach ab. Alle Strände und Ortschaften sind durch die gut ausgebaute Ringstraße hervorragend zu erreichen. Allerdings ist Thassos nicht nur für Strandurlauber ein tolles Reiseziel, sondern auch für Wanderfreunde. Denn landschaftlich hat die Insel so einiges zu bieten. Besonders im Nordosten, denn hier befindet sich der höchste Inselberg der Ipsarion mit 1206 Metern. Des weiteren gibt es hier traumhafte Wasserfälle, verträumte Bergdörfer und viele sehenswerte Kirchen. Bekannt ist Thassos auch für seinen Weinbau, denn bereits seit dem fünften Jahrhundert v. Chr. wurde hier Wein angebaut und exportiert.

Inselhauptstadt Thassos

Thassos ist eine sehr grüne Insel und ist für ihre sauberen Strände, ihre Gastfreundschaft, ihren leckeren Wein und ihrem Honig weltweit bekannt. Die Geschichte der Insel reicht sehr weit zurück. Im Altertum war sie vor allem wegen ihrer Goldminen und wegen des Marmors weit bekannt. Bis heute kann man hier viele archäologische Schätze sehen. Interessant sind vor allem die riesigen Marmorwerke, die ihre Produkte weltweit exportieren. Die Hauptstadt der Insel ist Limenas, in der ca. 2.000 Einwohner leben. Im Altertum wurde die Stadt zur Unterscheidung vom Inselnamen Limenas geannt. Limenas wurde aufgrund des Tourismus doch immer mehr unter dem Namen Thassos bekannt, sodass heute auf den meisten Wegweisen fast ausnahmslos Thassos und nicht Limenas steht. Inzwischen hat sich die Stadt zu einer sehr modernen Hauptstadt und zu einem internationalen Touristikzentrum entwickelt. Neben Prinos gehört der Hafen zu den Haupthäfen auf der Insel. Von hier aus kann man auf einer Fähre auf das Festland nach Kavalla reisen. Neben dem Fährbetrieb gibt es hier viele antike Sehenswürdigkeiten. Zudem findet man hier Banken, Polizei, Ärzte, ein Postamt und ein Amtsgericht sowie deutschsprachige Notare. In Thassos findet man halt alles, was man von einer modernen Stadt erwartet. Am südlichen Teil von Thassos befindet sich ein sehr großes Marmorwerk. Mehrere Tonnen von Marmorklötzen werden hier Tag für Tag abgebaut und mit der Fähre auf das Festland transportiert. Der Marmor von Thassos ist schneeweiß und in der ganzen Welt sehr berühmt. Bekannt ist die Insel Thassos aber auch wegen ihrer kilometerlangen Strände, die allesamt sehr sauber und familienfreundlich sind. H Der Sand ist fein, die Ufer fallen flach ab und das Wasser ist kristallklar – schöner kann ein Urlaub nicht sein.

Die Strände auf Thassos

Thassos ist für seine traumhaften und sehr sauberen Strände bekannt. Ein sehr schöner kleiner Sandstrand befindet sich nördlich von Limenaria, der Tripiti Beach. Größte Attraktion dieses Strandes ist eine natürliche Badebucht, dessen Höhlenausgang in das offene Meer führt. Der kilometerlange Strand Makriammos Beach schließt sich an das westliche Ende von Limenaria an. Der Sand ist ganz fein und desto westlicher man sich befindet, desto weniger Menschen sind hier zu finden. Der Strand Metalia, ebenfalls in Limenaria, ist zwar sehr sonnig, denn Schatten sucht man hier vergeblich, aber dafür ist der Sand ganz fein. An einer kleinen Snackbar kann man sich mit den nötigen Erfrischungen versorgen. Ein ganz besonderes Ambiente geht von den Hochöfen aus dem Bergbau aus, die man vom Strand aus bestaunen kann. Der Strand von Pefkari bietet ganz feinen Sand und auch flache Felsen, die bis in das Meer ragen. Der Strand ist sehr sauber und gesäumt von vielen kleinen Bars und Tavernen. Hier gibt es ein sehr großes Wassersportangebot, dass von Bananaboat fahren über Jetski bis hin zum Paragliding reicht. Ein weiterer schöner Kies-Sand-Strand befindet sich am Alexandra Beach. Zwar gehört er zur Hotelanlage Village Alexandra in Potos, ist aber für alle Besucher frei zugänglich. Der Strand von Potos selbst ist gute zwei Kilometer lang und ein sehr sauberer feiner Kiesstrand. An der Strandpromenade kann man es sich in den zahlreichen Bars und Tavernen richtig gut gehen lassen. Hier kann man auch Tretboote, Sonnenschirme und Strandliegen mieten. Bezaubernd ist der Strand von San Antoini, der südlich des Kiesstandes von Potos zu finden ist. Der Strand ist alles andere als überfüllt und ideal für alle die Ruhe und Entspannung suchen.

Traumstrände auf Thassos

Thassos hat alles zu bieten, was für einen schönen Strandurlaub erforderlich ist. Hier gibt es traumhafte kleine Strände, die allesamt sehr sauber und teilweise fast menschenleer sind. Besonders in der Vor- und Nachsaison kann man hier bei wunderbarem Wetter hervorragend entspannen. Zwischen Potos und Astris befindet sich der feinsandige Strand Psili Ammos. Zwar ist der Strand im Sommer sehr gut besucht, dafür kann man in der Nebensaison gut entspannen. Am Strand gibt es Bars und Restaurants, in denen man sich von der typisch griechischen Gastfreundschaft überzeugen lassen kann. Unterhalb des Klosters Archangelou gibt es den Sandstrand Livadi, der sehr ruhig und schön ist. Besonders beliebt ist dieser Strand bei Campern mit Wohnmobil. In Aliki gibt es insgesamt drei Strände. Der erste befindet sich in einer südlichen Bucht und ist ein sehr feiner Sandstrand. Der zweite ist ein Kiesstrand in der nördlichen Bucht und ein dritter Strand befindet sich bei den örtlichen Ausgrabungsstätten und einem antiken Marmorsteinbruch. Entlang der Strände befinden sich viele Tavernen und auch einige Bars. Einer der schönsten Strände von Thassos ist der Paradise Beach. Der feinsandige Sandstrand befindet sich zwischen Alyki und Kynira und ist ideal Für Familien und Wassersportler. Das Wasser ist sehr flach und bei Ostwind kann man hier hervorragend Surfen. Hier gibt es einige Bereichen, in denen das Nacktbaden erlaubt ist. Ein weiterer gut geeigneter Strand für kleine Kinder befindet sich in Scala Potamina. Das Wasser ist hier sehr seicht, sodass auch Kleinstkinder hier ihren Spaß haben können. Am Ort Skala Potamia beginnt der Golden Beach, der in dem Ort Chrissi Amoundia endet. Er ist einer der längsten Strände auf Thassos und hat einen ganz feinen Sand.

Sehenswertes auf Thassos

Neben vielen traumhaften Stränden hat Thassos aber auch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Unbedingt besuchen sollte man den Markt von Prinos, der jeden Montag Vormittag stattfindet. Prinos befindet sich an der Westküste von Thassos und ist ein wirkliches Erlebnis, denn hier kann man Marktschreier an den Gemüse- und Obstständen hautnah erleben. Das Wouling auf diesem Markt ist wirklich sehr beeindruckend und zeigt die typisch griechische Lebensart. Neben Obst und Gemüse kann man hier Lederwaren, Werkzeug, Haushaltsgeräte, Schuhe, T-Shirt, Jeans, Tischdecken, Bettwäsche und verschiedene Nusssorten kaufen. Der Markt ist nicht besonders groß, aber in jedem Fall ein Erlebnis. Direkt am Marktplatz befindet sich ein kleines Restaurant, in dem man sich vom anstrengenden shopping erholen kann und leckere heimische Getränke und Gerichte serviert bekommt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Kloster Archangelou, das süd-östlich auf der Insel liegt. Es wurde direkt auf einen Felsen gebaut und ist dem Erzengel Michael geweiht. Die Besucher sind hier sehr herzlich willkommen und haben von hier einen wunderbaren Blick auf das Meer. Das Kloster darf man nur mit bedeckten Knien und Schultern betreten. Hat man keine passende Kleidung dabei, kann man sich am Eingang passende Umhänge ausleihen. Des weiteren ist das Fotografieren im Innern des Klosters strengstens verboten. Interessant ist auch das antike Limenas. Es erstreckt sich über die naheliegenden Hügel sowie über eine kleine Flachebene. Im westlichen Teil dieser antiken Stadt wurde die neuen Stadt Limenas gebaut, die inzwischen sehr modern ist. Bei vielen archäologischen Ausgrabungen im Jahre 1911 wurde viele alte Gebäude und Heiligtümer gefunden, die man hier besichtigen kann.

Interessantes rund um Thassos

Die Insel Thassos war bereits 3.500 bis 2.600 v. Chr. besiedelt, was Ausgrabungen bestätigt haben. Viele Jahre später kamen die Parier auf die Insel Thassos und nutzten die Bodenschätze, wie Gold, Eisen und Marmor, für ihren Handel. Zudem handelten sie mit dem thassischen Wein und erhoben für ihn einen speziellen Zolltarif. Die Ortschaft war damals schon sehr reich, wovon man sich bei den vielen Sehenswürdigkeiten überzeugen kann. Errichtet wurde die Stadt der Parier gegenüber der mazedonischen Küsten, wo sich heute Limenas befindet. Sehr schnell wurde diese Stadt eigenständig und hatte sogar ihre ganz eigene Währung. Thassos wurde auch Athen des Nordens genannt, denn das Wirtschaftsaufkommen war sehr hoch. Damals erstreckte sich um Limenas eine vier Kilometer lange Schutzmauer aus Marmorsteinen und Schieferplatten. Forscher gehen davon aus, dass die erste Mauer von den Phoenikern oder den Pariern gebaut wurden. Die Mauer wurde zum Schutz vor Eindringlichengen teilweise verstärkt und mit vielen Toren versehen. Durch die Tore konnte man den Kontakt zu den Landleuten behalten. Die antike Stadt wurde später sogar durch zwei Mauern geschützt, denn in der Stadt befanden sich wunderschöne Gebäude aus wertvollem Marmor sowie prächtige Altare und schöne Statuen. Um die Stadtmauern herum befand sich der Kriegshafen sowie der Handelshafen. Bekannt ist der Kriegshafen auch unter dem Namen „der geschlossene Hafen", der bis heute noch seine Dienste als Hafen tut. Der Handelshafen wurde zerstört und es erinnern heute nur noch ein paar Überreste an das geschäftige Treiben. Im 2. Jahrhundert besaß die Stadt eine sehr gut ausgestattete Kriegs- und Handelsflotte und die Wirtschaft boomte.

Ausflugsziele auf Thassos

Macht man auf Thassos Urlaub, sollte man unbedingt Alyki besuchen. Es befindet sich an der Südostküste von Thassos und besteht aus zwei Buchten und einer Landzunge, die sehr weit in das Meer hineinreicht. Bekannt ist diese Landzunge auch unter dem Namen „Der heilige Fels von Thassos". Im Volksmund wird die südliche Bucht von Alyki auch „Badewanne von Alyki" genannt, denn sie ist der Form einer Badewanne sehr ähnlich. In Alyki gibt es sehr viele Überreste von Tempeln und weiteren Gebäuden. Des weiteren gibt es ein Heiligtum aus dem 7. Jahrhundert v. Chr., sodass man davon ausgehen kann, dass im Altertum hier sehr viele Menschen zu Hause waren. Heute ist Alyki nur noch ein sehr kleines Dorf mit wenigen Einwohnern. Im 5. und 6. Jahrhundert wurde auf der Landzunge ein Altar zu Ehren der Götter errichtet. In der Nähe fand man später eine christliche Basilika. Die Ruinen erinnern heute daran, wie prunkvoll diese Stätte einst gewesen sein muss. Im Jahre 1896 wurden bei Ausgrabungen ein sehr gut erhaltener Kouros gefunden. Heute ist er im Museum von Istanbul zu besichtigen. Sehr interessant ist auch ein Besuch im archäologischen Museum. Es befindet sich neben dem Eingang der Agora und empfängt die Besucher bereits mit atemberaubenden Statuen wie Adlern und Löwen. Die meisten antiken Gegenstände, die hier zu bestaunen sind, wurden während des osmanischen Zeitalters von der Insel geklaut und in die ganze Welt verstreut. Die meisten Gegenstände des Museums stammen aus der Zeit zwischen dem 7. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr.

Aktivitäten auf Thassos

Aktiv sein kann man auf Thassos an jeder Ecke. Sehr interessant ist die Insel für Freunde des Reitens, denn es gibt hier sehr viele gute Reiterhöfe. Teilweise sind sie sogar deutschsprachig und bieten neben vielen Pferden und Ponys auch zweckmäßig eingerichtete Zimmer, sodass man hier wunderbare Reiterferien verleben kann. Geboten werden Austritte und Wandertouren in kleinen Gruppen und teilweise auch eine Reittherapie. Möchte man lieber Wandern, sollte man zwischen Mai und Juni nach Thassos reisen. In der Jahreszeit ist hier alles am blühen und es ist nicht noch zu warm. Auch im Herbst, so im September und Oktober, kann man hier wunderbare Wandern gehen. Die Landschaft ist hier sehr vielfältig, sodass man bei Wanderungen eine gute Ausrüstung dabei haben sollte. Wichtig ist vor allem festes Schuhwerk, Sonnenschutzmittel, Kopfbedeckungen und ausreichend Wasserflaschen. Teilweise gibt es in der Vor- und Nachsaison nämlich nur wenige Tavernen und Bars, die erschöpften Wanderern Wasser bieten können. Auf Thassos bekommt man an vielen Kiosken und in vielen Souvenirshops umfangreiche Literatur zu den schönsten Wandertouren. Bei der Auswahl des richtigen Wanderführers sollte man darauf achten, dass nicht nur die Hauptstraßen eingezeichnet sind. Die Landschaft ist so schön, dass man auch gerne einmal die abgelegenen Wege erkunden möchte. Jedoch kann man sich hier auch sehr schnell verlaufen. Wandern gehen kann man hier in jedem Fall alleine, wobei es auch sehr viele geführte Touren gibt. Hier kann man sich alleine einen Wanderführer mieten, oder sich einer der vielen kleineren Wandergruppen anschließen. Neben wandern kommen an den zahlreichen schönen Stränden auch Wassersportler voll und ganz auf ihre Kosten.



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